MittwochsMeditation

28. Oktober 2020

 

- Sei gewiss -

 

Guten Abend,

 

lasst uns beginnen und noch einmal kurz „einschwingen“  —

wir befinden uns in dem unendlichen Raum der Stille, die Stille, die unberührt bleibt von allen Turbulenzen. 

 

Der Name dieser Stille, der Name der uns innewohnt, ist heilig und er ist so weit, dass darüber hinaus nichts anderes ist. 

 

Dieser Name weiß sich selbst als unser Sein und ist das Glück selbst. Wir waren nie für einen Moment etwas anderes als dieses unendliche, Selbstbewusste Wesen, das Wesen, das ICH, das uns ist, denn ein anderes gibt es nicht. 

 

Lasst uns noch ein paar Minuten in Stille ruhen.

 

Erinnere dich an deinen Namen, der Name, der sich Selbst bewusst ist. 

 

Stille

 

Dieser Name ist dein Heiligtum. Es ist das Höchste, Weiteste, Tiefste von dir, deine Wahrhaftigkeit.

 

Lassen wir alle Aufmerksamkeit, alle Widmung, alles Geschehen in diesem Heiligtum, so ist die direkte Lebensweise das Glück, der Friede, das vollkommen Angekommen-Sein.

Sei deshalb immer wieder eingeladen, dich einzig diesem Namen zu widmen, lass ihn in dir wie ein Mantra klingen. 

 

Hier bist du mit der Weite und der Unendlichkeit deines Seins ein Erfahren, bist selbst diese Weite, der Raum, der Urgrund, die Quelle.

 

Es kann nichts getan werden, dies zu erreichen, weil dies der immer gegenwärtige Zustand deines Seins bereits ist. Und hier findest du die sanfte Wärme, lebendiger als das Sonnenlicht. 

 

Es ist die unendliche, innewohnende, bedingungslose Präsenz des Bewusstseins. 

 

Und hier in diesem unendlichen Raum der Stille und Präsenz des Bewusstseins ist kein Bedürfnis da, weil du es bist und hast und es ist ein Staunen allmächtig zu sein. 

 

Es gibt keine Notwendigkeit sich von der Erfahrung abzuwenden und in unserer meditativen Praxis oder Lebensweise erleben wir gerade, wie durch das Gewahrsein der Präsenz, des Leer-Licht-Raumes, den wir in unserer Gemeinschaft in größerer Intensität bezeugen, Gedanken und Gefühle kommen und durch das Gewahrwerden sich oftmals Auflösen, im Licht verschmelzen. 

 

Dieses Geschehen konnten wir jetzt gerade während unseres Wochenendseminars bezeugen. Es ist kosmisches Geschehen und trat und tritt in die Bewusstwerdung. So wurde es auch von Einigen beschrieben, die nicht direkt teilgenommen haben, fast mit den gleichen Worten. Es zeigt immer wieder, dass es EIN Bewusstsein ist, EIN Geschehen  —  es bestätigt sich. 

 

Und eine deutliche Vertiefung im Erfahren der Unendlichkeit tritt derzeit ein, durch das Fühlen und nicht Festhalten, nicht Rechtfertigen und Begründen. Dieses Halten fällt weg, das sich immer nur an der Oberfläche abspielt, etwas tiefer unter den Wogen, den Wellen, ist das Fühlen licht, ist GewahrseinsLiebe, ChristusLiebe, in der alle Stürme versiegen. Es ist ein tieferes Loslösen möglich, ein tieferes Sinken in Stille, zu guter Letzt, ein Loslösen vom Körper und dem damit einhergehenden freien Fall. 

 

Es geht also gar nicht mehr so sehr darum die Wahrheit immer und immer wieder zu hören in neuen Worten, wenn das auch geschehen wird. Des öfteren wurde mir gesagt, es sei alles bereits gesagt. Es geht jetzt eben um dieses Vertiefen des Erfahrens und das geschieht durch diese tiefere Loslösung, das Loslösen vom Körper, welches der Idee des Sterbens gleichkommt. 

 

Tatsächlich führt es uns dahin, bereit zu sein, bereit zu sein aus Liebe zur Wahrheit, als einzige Sehnsucht, eins in Gott, in der Tiefe des Seins, in der tiefsten Stille zu sein  —  letztendlich. 

 

Es geschieht immer wieder in vielen, vielen Situationen, wie auch am Wochenende erfahren und was wir weiter verstärkt praktizieren werden, ist es dieses totale Loslösen. Spätestens dann wird erfahren, dass der Tod nur eine unsinnige Angewohnheit ist, denn der Ort, an dem wir im freien Fall ankommen, ist der Eine Ort, der Ort der Unendlichkeit, den wir nie verlassen haben und hier und überall allgegenwärtig ist, um uns, in uns, überall.

 

Manchmal ist es fast beschämend festzustellen, einen solchen Aufwand betrieben zu haben, eine solche vermeintliche Anstrengung unternommen zu haben, mit all den irrigen Annahmen. Es ist nicht immer leicht und doch ist es immer öfter möglich, dem mit heiterer Gelassenheit zu begegnen. 

 

Denn alles ist unversehrt wo ICH BIN. Wir bewegen uns in reinem göttlichen Sein, in dieser Wahrheit leben und bewegen wir uns, welches die Mutterschaft unserer Existenz ist.

 

Bevor wir noch tiefer in dieses Erleben eintreten, lasst uns noch etwas zur Klärung und Läuterung hören, die wir in verstärkter Weise überall zur Zeit erleben. Es scheint so, dass die Lebensgeschichte nochmals abläuft, unangenehme Situationen, die verdrängt wurden, entweder in Träumen oder einfach in der Gewahrwerdung einzelner Situationen, die nochmal auftauchen. 

 

Wir haben am Wochenende in großem Vertrauen und Offenheit gesehen, dass Hassgefühle aufsteigen, Neid, Wut, Aggression, all die persönlichen und kollektiven Geschichten kommen zum Vorschein, auch manche Dinge, von denen man gedacht hat: „Gott sei dank, da bin ich gut davon gekommen!“ Und nun tritt bei jemand anderem die gleiche Situation auf, die erinnert, man ist fast versucht zu urteilen oder Position zu beziehen, doch jetzt geschieht das Stopp und das Stopp geschieht aus dem Licht deines Bewusstseins. 

 

Es ist wie das jüngste Gericht, das unmittelbar eintritt   —  Christus berührt. 

 

Und so wird mehr und mehr berichtet, dass es wie ein wertfreies Anschauen ist. Ein Gewahrwerden aus dem Licht des Bewusstseins  —  und schon ist es vergangen, wieder ein Stück Freiheit, ein Leichterwerden, der Körper entkrampft, Symptome verschwinden, mehr Durchlässigkeit für das Licht, Verjüngung, Vitalität stellen sich ein. Es ist ein fortwährender Prozess der Läuterung. 

 

Eine Freundin hat geschrieben: „Es ist genial diese Freifall-Arbeit, ich befinde mich gefühlt in einem universellen und allumfassenden Reinigungsprozess, mir fallen alle meine Sünden ein, es ist so genial  —  „Gehe hin und sündige nicht mehr!“ Das ist wahre Transformation, geläutert für die Welt, als die Welt, Gott sei dank!“ 

 

So spiegelt die Welt uns das, was noch nicht geklärt ist, woran festgehalten wird, es ist ein wunderbares Läuterungs-Wirken, es ist keiner mehr da der urteilt. Einzig aus dem Verständnis der Liebe, des Heiligsten, dem ICH unseres Seins, dem Präsenz-Raum, der Weite und Tiefe wird geschaut.

 

Wir leben in einem spirituellen Universum, wir leben nicht zwischen zwei Welten, einer spirituellen und einer materiellen Welt. 

 

Wir bringen uns nicht mehr durch einen falschen Glauben um die Erfahrung von Ganzheit, von Vollkommenheit. Wir sind uns der Einheit Gottes bewusst gewahr. 

 

Lichtvoller Geist ist unser Erfahren. 

 

In dieser Kommunion von Seele und Geist, Seele und Spirit ist Ganzheit und Vollkommenheit und da der Mind die Substanz ist, welche wir Materie nennen, verändert sich in dieser spirituellen Ganzheit der materielle Sinn zur Ganzheit.

 

So lasst uns wieder diesem Präsenzraum bewusst gewahr sein und jeder, dem Gedanken oder Empfindungen in den Sinn kommen, Begebenheiten, was auch immer es sei, was sich zu behaupten versucht, gib es in diesen Präsenzraum, erlaube heil zu sein, erlaube, dass all jenes von dir geht, dass all jenes im Licht des Gewahrseins geläutert, geklärt, vergeben ist.

 

Vielleicht fallen dir Verhaltensweisen ein, die dich immer wieder zu hindern scheinen, gib sie ins Präsenz-Feld, in den Heil-Raum, das Heil-Bewusstsein, das hier etabliert ist, kraftvoll, liebevoll. Wenn sich Gedanken einschleichen wie: „So leicht kann es nicht sein!“ Probier es aus, nimm diese Gnade an. Sie steht zur Verfügung. 

 

Frage dich: „Was ist die tiefste Sehnsucht?“

 

Stille

 

Und nun, wenn alles freigegeben ist, lasst uns diese Leerheit fühlen, in dem wir uns bewusst gewahr sind  —  der Präsenz, dem Gewahrsein selbst gewahr. 

 

Spüre diese feine, subtile Präsenz, du kannst dich nach oben öffnen, ganz offen und weit sein. Hier sind wir in unserem Seelen-Bewusstsein, der Empfänglichkeit, in unserer Mutterschaft   —   und haben eine Vereinigung mit unserem Geliebten, dem heiligen Geist. 

 

Fühle diese Freude, die mit dieser Gemeinschaft kommt  —  der oder dem innigst Geliebten zu begegnen, sich zu berühren, in Einheit zu sein.

 

In dieser Einheit wird deine Seele befruchtet mit neuer Energie, neuer Kraft, neuen Ideen, einer neuen Vision.

 

Dies ist unsere Lebensweise, aus dem Schoß der Stille  —  dem Seelenzentrum aus dem alles Gute fließt. 

 

Lasst uns in Ganzheit und Vollständigkeit ruhen und einen neuen Körper haben, lass es zu, vollständig heil und erneuert zu sein. 

 

Lasst uns im wahren Gebet ruhen  —  Allmacht ist selbst ihre Verwirklichung.

 

Lausche    —   alles ist möglich    —   und geschieht. 

 

Stille

 

Lasst uns in den nächsten Tagen und Wochen vermehrt in vielen Momenten des Tages und der Nacht, wach und bereit sein, offen, es ist mühelos, es ist nichts zu tun, außer präsent und unversehrt im Moment zu sein. 

 

Du und jeder ist ein ganzes und vollständiges Wesen. 

 

Lasst uns in diesem liebenden und friedlichen Seinszustand Eins sein mit allen geistigen Wesen und allen geistigen Ideen, mit allem Guten. Unendliches Gutes ergießt sich in unendlicher Gnade. 

 

Lasst uns immer wieder im Schoß der Stille die ganze Existenz als einen unendlichen Akt der Liebe, der Vollkommenheit, der Ganzheit gewiss sein.

 

Lasst uns immer wieder in diesen Präsenz-Raum des Lichtes, der Liebe verbunden sein, Eins-Sein, Gewiss-Sein und die Präsenz, die wir innen spüren, fühlen, als unsere Lichtspur im sogenannten Außen sehen und wissen und einzig ihr folgen. 

 

Indem wir aus dem gefühlten Präsenz-Raum die Augen öffnen und aufstehen, sehen wir überall wie das Bewusstseinslicht sich in allem berührt, wie sich Innen und Außen nicht mehr als zwei darstellt, sondern in einer ernüchternden Klarheit sich als die wahre Welt, als die ungeteilte Welt zeigt  —so völlig anders. 

 

Das einzige was bleibt und doch ganz neu ist, ist eine tiefe Demut. Deshalb ist alles natürlich und heilig, heilig und natürlich. Das ist der Ort an dem du bist, der Ort der einfach IST. 

Bist du hier, kannst du nichts anders als mit jedem am gleichen Ort zu sein und von da aus beginnt eine neue Geschichte, kein Vergessen ist mehr möglich. Das unendliche Ausmaß wird bewusst   —   Sorge dich nicht, sorge dich niemals   —   Es ist für alles gesorgt! 

 

Lasst uns daher auch während unseren Abendmeditationen immer wieder die ganze Welt, alle Wesen und Dinge im Schoß der Stille tragen, dem EINEN Ort, vollkommen.

 

Innig Danke, in unendlicher Freude und Liebe. Danke zutiefst.