Die Kunst des Seins1

Teil 2

Was ist wahrhaftes Sein?

Was ist Sein? Lasst uns dies klarstellen, denn es gibt viel Verwirrung um das Wort Bewusstsein, das Wort oder die Aktivität von Sein, von Gewahrsein

Sein ist Bewusstsein, Gewahrsein, Lebendigkeit. Ich bin Bewusstsein; Ich bin Gewahrseinund das ist alles. Ich bin das Sein von Bewusstsein; alles ist die Existenz von Bewusstsein. Bewusstsein ist die eine und einzige Substanz, die Unendlichkeit, die ich bin. Wir können das SynonymGewahrseinbenutzen. Ich bin das Sein und der Körper von Gewahrsein, von Bewusstsein. 

Ich bin und nutze das Gewahrsein, das ich bin und habe, um damit gewahr zu sein. Also ist Bewusstsein, Gewahrsein, das, worum es bei Sein geht. Als was du gewahr bist, ist, was jede Form und Aktivität von Erfahrung ist. Alles ist Eines, alles ist Bewusstsein, daher ist alles der Erfahrung geformtes Bewusstsein – das Eine vom Verstand in konzeptuelle Erfahrung des Einen geformt (ebenso wie das gefärbte Fensterglas das eine farblose Licht in viele verschiedene Formen und Farben des einen Lichts formt). 

Deine Erfahrung ist jeden Moment nichts als der Grad an Licht – Geist – der du bewusst bist. Das Bewusstsein, das du bist, ist die Formung deiner Erfahrung. Je „dämmriger“ dein Bewusstsein, desto größer ist der Eindruck – die Erscheinung – der Trennung von Gott, dem Guten, und umso größer ist die Unstimmigkeit, der Kampf, der Mangel und die Begrenzung, die deine Erfahrung ausmachen. Je erleuchteter dein Bewusstsein ist, desto größeres Einssein, Harmonie, Frieden und Ganzheit existieren als deine Erfahrung. 

Körper

Nehmen wir den Körper. Wenn du über deinen Körper nachdenkst, woran denkst du? Wessen bist du dir gewahr? Wenn deine Antwort weniger als „100 Prozent reines Bewusstsein ist, was dieser Körper ist,“ ist, dann ist der Dimmer „heruntergedreht“ und in diesem vernebelten oder dämmrigen Zustand wird dein Körper als physisch erfahren. 

Du magst sagen, „Intellektuell weiß ich, dass mein Körper Geist ist, aber er fühlt sich immer noch physisch an; er hat immer noch hier und da Schmerzen; er ist immer noch hier und da steif.“ Wahrscheinlich machst du deinen Eindruck des Seins auch an deinem Körper fest: „Ich komme in die Jahre. Ich bin nicht so jung und voller Energie, wie ich es einmal war. Ich bin nicht so stark, so gesund, so fit und schnell, wie ich es in meinen Zwanzigern war.“ Du erhebst den Anspruch, dass dein Körper, das „Ich“ von dir ist. Du machst die Worte „Ich“, „mir“ und „mein“ an der Körpererfahrung fest. „Ich wünschte, der Schmerz in meinem unteren Rücken würde nachlassen. Ich habe versucht ihn als Geist zu erkennen, aber der Schmerz lässt nicht nach.“ Dann fragst du: „Warum?“

Nun, der Grund ist, dass wenn du über deinen Körper nachdenkst, wenn du deinen Körper im Spiegel betrachtest, wenn du ihn pflegst, wenn du ihn mit dir an verschiedene Orte nimmst, du einen materiellen, physischen Eindruck des Körpers aufrechterhältst, statt bewusst von ihm als einhundert Prozent Geist zu denken. Genau da ist die Dualität des Gewahrseins: Gott als Geist „und“ der Mensch als physisch. 

Jedes mal, wenn dein Gewahrsein in das Physische abgleitet – wenn der physische Eindruck des Körpers, der Schmerzen, die du fühlst, der Steifheit, die dich einschränkt, des Unwohlseins, das dich plagt, der Krankheit, die dir Schmerz und Angst bereitet oder gar dein Leben bedroht– jedes mal, und das heißt in jedem Moment, in dem du es dir erlaubst, materiell, physisch zu denken, mit all den Konsequenzen des Guten und des Bösen, die materiell und physisch geschehen, bist du nicht in spirituellem, erleuchtetem Gewahrsein. Das dämmrige Gewahrsein ist der physische Eindruck des Körpers mit seiner Kombination aus guter und schlechter Erfahrung. 

Aber jedes mal, wenn erinnert wird, „Ich bin Bewusstsein, und das Ich-bin, Bewusstsein, ist daher der einzige Körper. Dieser Körper, aller Körper, ist nichts als einhundert Prozent reines Bewusstsein, trotz der Weise, auf die menschlicher Eindruck ihn wahrnimmt“,bist du erleuchtetes, spirituelles Bewusstsein. Du erkennst, dass die Präsenz von dir, dieser Körper, dieses Gewahrsein, das du bist, nichts als der Himmel, nichts als das vollendete Reich, nichts als Geist ist. Natürlich hat Geist keinen physischen Körper, der in ihm oder an ihm gefunden werden kann. 

Geist hat keine Gelenke, Muskeln, Funktionen, Organe, kein Gehirn. Geist denkt nicht. Geist istIst muss nicht denken. „Sorgt euch nicht um euer Leben.“ Istist bereits, und hat nichts, um darüber nachzudenken. Ist ist vor dem Denken. Denken ist ein Aspekt der Zeit, ein Aspekt der Dualität, des Guten und Schlechten, des Gegensatzes, des Wunsches, eines Eindrucks der Zukunft, des Zustands. Geist involviert sich selbst nicht in irgendeine „Sache“ oder irgendeinen „Zustand“, weil alles, was wahrhaft ist– unendlich und ewig – bereits die Fülle und Allgegenwart seinerselbstist. Es ist Das. Es denkt nicht; es ist.

Das Du, das du wahrhaft bist, denkt nicht. Du bist. Ja, dein menschlicher Eindruck denkt über seine konzeptuelle Erfahrung nach, aber das hat nichts mit Geist zu tun. Denken verändert Geist nicht, noch macht es ihn für dich konkret erfahrbar und sichtbar. Geist ist bereits. Du bist bereits. Das vollendete Reich ist bereits die Allgegenwart seiner selbst als dieses Sein, dieser Körper, dieses Bewusstsein, das du bist, trotz des menschlichen Eindrucks und Glaubens. 

Menschlicher Eindruck spielt keine Rolle. Er verändert die Wahrheit, dass du Geist, dass du die Fülle von Geist und zwar die Fülle des Geistes bist, nicht im geringsten. In dieser Minute bist und hast du die Fülle von Leben, Wohlstand, Liebe, Zuhause, Glückseligkeit, Sicherheit und Erfüllung des Seins. Es verändert oder beeinflusst Wahrheit nicht ein Fünkchen, dass in diesem Moment dein Eindruck wahrhaften Seins vernebelt ist und als die Erfahrung von Schmerz, Krankheit, Disharmonie, Mangel, Begrenzung, Unsicherheit oder Unzufriedenheit erscheint. Es spielt keine Rolle, weil du dich in jedem Moment in deine Freiheit begeben kannst, indem du die Wahrheit des Seins erkennst. Das ist das große Wunder. Eindruck beeinflusst Wahrheit nicht. Wahrheit ist, und ist bereits. 

Der Verstandessinn ist, wenn er wahrhaft benutzt wird, ein schönes, funktionales Werkzeug des Seins. Wenn du zu Hause eine Bohrmaschine benutzt, um ein Gemälde aufzuhängen oder Regale zu bauen, dann verfällst du nicht dem Glauben, du seist die Bohrmaschine. Du bist du und die Bohrmaschine ist ein Werkzeug, das du in diesem Moment benutzt. Das ist es, was wir hinsichtlich des Verstandes erkennen. Der Verstand ist ein Werkzeug, nicht mehr als ein Werkzeug. Er ist dein Diener. Du kannst ihn nutzen, wie du magst. Glaube niemals, der Verstand kontrolliere dich. Nein, du kontrollierst ihn. 

Wenn du dieses Werkzeug benutzt, bestehe darauf, dir gewahr zu sein, dass alles Bewusstsein ist, dass es daher nirgendwo in der Unendlichkeit eine andere Substanz als Bewusstsein, das Formlose, das Grenzenlose, das Nicht-Körperhafte, das Unendliche, gibt, und du wirst schnell die Harmonie und die Freuden der Wahrheit als deine konkrete Erfahrung erleben. 

Zuerst scheinen Harmonie und Ganzheit vielleicht nicht schnell oder konstant da zu sein, aber wenn du kontinuierlich darauf bestehst, dass alles Bewusstsein ist, trotz aller materiellen Sinneserfahrung, wirst du anfangen, Harmonie über Harmonie in deiner ganzen Welt zu erleben. Damit ist keine Zeit, kein Prozess und keine Reise verbunden, kein Pfad, der verfolgt werden muss, bevor das gelobte Land erreicht wird. Alles ist bereits – Gott istbereits – und es ist dieses beharrlich und kontinuierlich aufrechterhalteneGewahrsein, das die Harmonie von Ist enthüllt. 

Alle Unstimmigkeit scheint zu heilen und doch wurde nichts geheilt. Wahrheit wurde enthüllt– Gott-ist wurde als die konzeptuelle Harmonie und Ganzheit, die Wahrheit der Erfahrung enthüllt. Der Weg ist dieser: Lasse sofort allen falschen Eindruck von Körper fallen oder ignoriere ihn, nicht indem du versuchst, die Wahrheit des Körpers zu erkennen, sondern indem du direkt in das Fühlen von Gott, Geist, hineinspringst. 

Beginne nicht beim Endlichen. Beginne niemals bei dem scheinbaren Problem. Springe gleich in unendliches Gewahrsein, als unendliches Gewahrsein. Denke an das Unendliche; denke, „wie das Unendliche denkt“. Es gibt keine Endlichkeit im Unendlichen; es gibt keinen persönlichen Körper im Unendlichen; es gibt kein „Ich“, wie ich mich zu kennen glaube, diesen Namen und den Charakter, für den ich mich gehalten habe. Nein! Springe sofort und direkt in das Sein des lebendigen Gewahrseins der einen Präsenz, des unendlichen einen Bewusstseins, das überhaupt keine Endlichkeit in sich hat, keine Grenze, keinen Körper, kein physisches Etwas, kein begrenztes Etwas, kein Objekt, keinen Ort, keine Aktivität, keinen Zustand, keine Qualität aus einem scheinbaren Selbst. 

Benutze sogleich den Verstand, um über diese Wahrheit, dass der nicht-körperhafte, unendliche Geist, Bewusstsein, die einzige Präsenz ist, nachzudenken. In dieser Weise nutzt du den Verstand, um dir des Eins-seins gewahr zu sein, 

Geld

Nehmen wir nun Geld als Beispiel, weil Geld für so viele solch ein Problem zu sein scheint. Es war mehr als zwanzig Jahre lang mein hartnäckiges Problem. Und doch, sobald wir die Wahrheit von Geld verstehen, finden wir uns mit einer endlosen Fülle davon, ganz gleich wie groß der Bedarf ist, der sich uns zeigt. 

Nimm eine Münze oder einen Schein in die Hand. Schaue sie an. Die Form und die Menge, die du beobachtest, sind nichts als dämmriges Gewahrsein – das heruntergedrehte Dimmer-Gewahrsein. Wenn überhaupt, geschieht sehr wenig spirituelles Gewahrsein als das Bewusstsein, das Materie betrachtet und es für das hält, was es zu sein scheint. Daher scheint die Form von Geld, die du in der Hand hältst, materiell zu sein, ein einziges Objekt, das nur einen bestimmten Betrag wert ist. Du glaubst wirklich, du hältst einen Dollar, ein Pfund, einen Euro, einen Yen oder was für eine Währung du auch immer in der Hand hältst. Du bist materiell: Dein Bewusstsein ist das der Materialität, der Objekthaftigkeit, der Endlichkeit. Aber das materielle Bewusstsein ist nichts als falscher Eindruck. Es ist nicht wirklich. Daher ist die Form und der endliche Betrag, den du in deiner Hand betrachtest, ebenfalls nicht die Wirklichkeit von dem, was wahrhaft da ist. 

Was wahrhaft da ist, ist die Unendlichkeit spiritueller Form, die einzige tatsächliche Form in der Existenz. Deine Reinheit des Bewusstseins ist in dieser Minute in vollem Gewahrsein dieser Unendlichkeit undistund hatdaher die Unendlichkeit der Fülle.Unendlichkeit beobachtet nur Sich Selbst. Bewusstsein beobachtet nichts als sich selbstund weil Bewusstsein unendlich ist, hatBewusstsein alles, was es ist,und das ist stets Unendlichkeit. Bewusstsein, Geist, ist ohne Dimension, ohne Grenze, ohne Namen, kennt keine Menge und keine Art. Geist istund hatnichts als sich selbst – Geist, Allgegenwart, Unendlichkeit. Daher müssen wir nicht über irgendeinen Namen, eine Art oder eine Menge von Währung nachdenken. Tatsächlich dürfen wir das nicht. Was tunwir also? Nun, lass mich dies sagen: Wir müssen die Vorstellung vom „Inneren“ versus „Äußeren“, vom „Sichtbaren“ versus „Unsichtbaren“ fallen lassen. Wir müssen über die Vorstellung von „Zweiheit“ hinausgehen. So viele spirituelle Schüler fallen unwissentlich der Dualität zum Opfer, obwohl sie davon überzeugt sind, Einssein zu praktizieren. 

Es gibt ein Kapitel auf der Webseite (www.miracleself.com)namens Non – Dual Teachings. Wenn du es noch nicht gelesen hast, lies es, denn es verdeutlicht genau diesen Punkt so schön. Siehst du, das Wort „innen“ hat nur eine Bedeutung gegenüber seinem Gegenteil, „außen“. Das ist das Problem bei allen Worten, die benutzt werden, um Gott oder Geist, zu beschreiben. Das Wort „unsichtbar“ heißt – per Definition –, dass es auch etwas „sichtbares“ geben muss, sonst gäbe es keinen Raum für das Wort „unsichtbar“, es hätte keine Bedeutung. Also müssen wir uns sogar über diese Worte erheben, welche wir jahrelang geliebt und auf die wir uns verlassen haben. 

Denke darüber nach: Geist ist die einzige Präsenz. Ja, wir sagen alle, dass wir das wissen! Aber das tun wir nicht. Wenn Geist die einzige Präsenz ist, dann ist Geist die einzige sichtbare Präsenz. Es gibt nichts anderes – keine andere Präsenz, Substanz, Form. Was könnte alles Sichtbare daher sein, wenn nicht Geist? Das ist der Schlüssel.Die einzige sichtbare Präsenz ist Unendlichkeit. 

Es ist wahr, ich erfahre vielleicht das, von dem der Verstand mir sagt, es sei endlich: einen Dollar, ein Pfund, einen Euro, einen Yen, einen, was auch immer es sein mag, aber das ist unmöglich,denn Unendlichkeit ist die einzige Präsenz. Unendlichkeit hat sich nicht zu Endlichkeit geformt: zu einer Menge, einem Objekt und sichsomitbegrenzt.

Der Verstand wird in die Irre geführt. Er führt sich selbst in die Irre, denn er sagt, wo Unendlichkeit sich zeigt, sei Endlichkeit. Es gibt nichts endliches, kein Objekt. Es gibt einen Eindruck von Endlichkeit, einen objekthaften Eindruck, aber dieser Eindruck verändert die Wahrheit nicht. 

Ich habe den Eindruck, und du auch, dass das Sonnenlicht abnimmt, wenn sie beim Sonnenuntergang hinter dem Horizont verschwindet. Aber wir wissen, dass das Sonnenlicht nicht abnimmt.; die Sonne scheint 24 Stunden am Tag gleichsam hell und prächtig trotz unseres Eindrucks, ihr Licht würde abnehmen. Wie wir im Buch The Giving Self sagten, sieht ein kleines Kind den Sonnenuntergang und sagt zu seiner Mutter und seinem Vater: „Schaut, die Sonne schaltet sich ab!“ Für das Kind sieht es genau so aus. Aber tatsächlich passiert nichts dergleichen. Die Sonne ist so vollständig, intensiv hell, wie sie es immer ist. 

Das Objekt, das wie ein Dollar oder ein Pfund oder ein Euro aussieht, ist nichts als das Unendliche selbstUnendlichkeit ist die einzige sichtbare Präsenz; Geist ist die einzige sichtbare Präsenz; Geist ist die einzige Präsenz, Punkt! Es gibt nicht so etwas wie „Sichtbares“ versus „Unsichtbares“. 

Das „Unendliche Unsichtbare“ ist ein Ausdruck, den wir mit Gott oder Geist verbinden. Dann verbringen wir all unsere Zeit damit, zu versuchen, das Gute des Unsichtbaren irgendwie in das Sichtbare zuziehen. Wir haben wundervolle Worte für diesen Prozess, wie „manifestieren“ oder „demonstrieren“. Aber es ist Zeit, diese irreführenden Worte fallen zu lassen. 

Noch solch ein Wort ist „innerlich“. Du wirst dieses Wort in all meinen Schriften finden; du findest es in allen spirituellen und metaphysischen Lehren auf der ganzen Welt, aber es muss erkannt werden, dass es sich niemals auf eine physische„Innerlichkeit“ bezieht. Gott ist Bewusstsein und Gott ist unendlich und allgegenwärtig, daher ist Bewusstsein unendlich und allgegenwärtig. Daher siehst du, dass es in Wahrheit – in Wirklichkeit – kein „innerlich“ versus „äußerlich“ gibt. Alles ist; das Ganze ist vollständig gegenwärtig an und existent sowie unbedingt offenkundig als jeder Punkt seiner selbst zur gleichen Zeit. 

Die Worte Jesu - „Das Reich Gottes ist inwendig in euch“ - wurden auf eine Weise missverstanden, als meinten sie eine physische Innerlichkeit, in den Tiefen des menschlichen Seins, im körperlichen Eindruck des Seins. Aber die Worte eines Mystikers müssen spirituell, nicht mental oder physisch verstanden werden. Mit spirituellem Verständnis eröffnet sich uns Wahrheit, wie Felder voll Blumen im Frühling. 

Innerlich“ bedeutet die Essenz von, der Geist von, die Wahrheit von. Das Wörterbuch Webster definiert „Essenz“ als: „Die Qualität oder Qualitäten, die etwas zu dem machen, was es ist.“ Zu den Synonymen gehören: „Sein, Essentialität, Wesen, Natur, Quintessenz, Seele, Geist, Substanz.“ 

Die Wahrheit des Seins ist Gott, Bewusstsein. Daher ist alles von Wahrheit alles von Bewusstsein. Daher bezieht sich „innerlich“ auf die Wahrheit von Bewusstsein, die Reinheit von Bewusstsein, die Essenz von Bewusstsein. Es ist Bewusstsein ohne Gegenständlichkeit: ohne Namen, ohne Ding, ohne Ort, ohne Zustand, ohne Funktion, ohne Organ, ohne Kanal, ohne Menge, ohne Zeit, ohne Raum, ohne Ursache und ohne Wirkung. „Innerlich“ ist der vierdimensionale Zustand von Bewusstsein. 

Wenn wir in unserer „Innerlichkeit“ ruhen, dem vierdimensionalen Bewusstsein, dem Bewusstsein von Einssein, und sie als alles einschließendes Gewahrsein „nach draußen“ nehmen, dann erleben wir Wunder. Wahrheit wird als alle erscheinende Form, als alles erscheinende Sein, als alle Körper, alle Dinge, als jede Menge und jeder Zustand harmonisch, ganz, zufrieden und friedvoll erlebt. Das Bewusstsein der Wahrheit stellt sich durch den dreidimensionalen Verstand als dreidimensionale Erfahrung dar, so wie die Sonne durch das farbige Fensterglas als verschiedene Formen und Farben dargestellt wird. 

Um die Wahrheit zu erleben müssen wir bewusst und aktiv von Minute zu Minute erkennen, dass Sein, Körper, Familie, Zuhause, Geld, Ort, Zustand, alle, ohne Ausnahme tatsächlich und wortwörtlich, trotz der Erfahrung, nur die eine Präsenz, die unendliche Allheit selbst, die göttliche Perfektion wahrhafter Präsenz ist. Wenn wir Wahrheitsbewusstsein auf diese Weise leben und es dabei strikt ablehnen, Gegenständlichkeit, Materialität und Körperhaftigkeit so wie sie erscheinen zu akzeptieren – egal wie sehr wir diese Erscheinungen ignorieren müssen, besonders wenn sie negativ sind und uns auf die eine oder andere Weise zu bedrohen scheinen – dann finden wir uns im Himmel wieder und erleben die Schätze, die Harmonie und oft die Wunder des Himmels. 

Wandle durch jede Stunde deines Tages und deiner Nacht indem du still die eine Präsenz des Geistes erkennst:

Die einzige sichtbare Präsenz ist Geist; Geist ist die einzige sichtbare Präsenz.

Unendlichkeit ist die einzige sichtbare Präsenz; die nicht-körperhafte Substanz der Perfektion, des Segens, der Freude ist die einzige sichtbare Präsenz. 

Leben – unendliches Leben, Leben selbst– ist die einzige sichtbare Präsenz. 

Wenn wir am Tag unseren Tätigkeiten nachgehen, erkennen wir aktiv, dass alles überall, jedes Individuum überall, jeder Ort überall, jede Aktivität überall nicht das Bild einer Person, eines Ortes oder einer Aktivität ist, das es zu sein scheint, sondern dass es die Unendlichkeit des Seins ist, sichtbar und konkret erfahrbar, genau hier in unserer Präsenz. Die erscheinende physische Form wird als das eine Formlose erkannt. Wir ignorieren das, was entsprechend dem Verstand eine Form, ein Körper, eine Menge, ein Zustand zu sein scheint und erkennen: „Die einzige sichtbare Präsenz ist Unendlichkeit selbst, unendliches Leben selbst. Und dieses unendliche Leben hat keinen physischen Körper. Es ist Leben selbst, Allgegenwart selbst. Nur durch den Verstand scheint es einen physischen Körper mit physischen Gelenken, Organen und Funktionen zu haben, aber das ist falscher Anschein, niemals Wirklichkeit.“

Wenn etwas in der Erfahrung besorgniserregend, negativ, mangelnd, krank oder einsam ist, dann ignorieren wir es und bringen unser Gewahrsein schnell an den Ort des bewussten Wissens, dass Unendlichkeit die einzige sichtbare Präsenz ist, dass Leben die einzige sichtbare Präsenz ist, dass Fülle, Wohlstand und Harmonie die einzige sichtbare Präsenz ist. Wir ignorieren das scheinbar negative, mangelhafte oder zerstörerische Objekt, eine solche Form, eine solche Aktivität oder einen solchen Körper komplett und erheben uns in spirituelles Gewahrsein, das keine Dinge, keine Materialität, keine Körperhaftigkeit, kein Gutes versus Schlechtes hat, in das Gewahrsein, wo Gott bereits ist und dieses Ist ewig in perfekter Ordnung, Harmonie und Ganzheit ist. 

Allein Wahrheit akzeptieren

Jedes mal, wenn etwas unstimmiges in unser Bewusstsein tritt, müssen wir wissen, dass das Bild, das uns erscheint, falsch ist, und dass allein Wahrheit – allein das „unfalsche“ Bild – wirklich ist. Vielleicht sind wir gerade unterwegs und sehen einen Baum, der von einem Blitz getroffen wurde. Was sollen wir damit machen? Wir haben zwei Möglichkeiten: Wir können dem Dimmer, dem kollektiven Bewusstsein oder dem Anschein erlauben, unser Gewahrsein zu bestimmen, indem er uns ein dämmriges, vernebeltes Gewahrsein von Unstimmigkeit präsentiert, und dann daran vorbeifahren, dieses unwahre Bild von Unstimmigkeit, Verletzung oder Tod akzeptieren und nicht weiter darüber nachdenken. Aber das wäre ein Fehler, denn wir würden uns von falschen Bildern, Unwahrheit täuschen lassen. 

Es gibt keine Präsenz außer die volle Präsenz von Leben selbst. Daher halten wir – ob wir nun die wahre Form des Baumes aus dem falschen Bild hervortreten sehen oder nicht – beharrlich am Wissen der Präsenz von Wahrheit als der einen und einzigen Präsenz fest. Wir müssen das falsche Bild ganz und gar allein lassen, in der Erkenntnis, dass es eine Lüge ist, ein vernebelter und trügerischer Zustand des Gewahrseins. Wir müssen das Bild ignorieren und mit all unserer Kraft erkennen, dass Leben selbst, Geist selbst die einzige sichtbare Präsenz ist. 

Die einzige sichtbare Präsenz ist Geist, denn welche andere Präsenz gibt es? Geist ist unendlich; Geist erfüllt allen Raum. Geist ist alles. Welche andere Präsenz könnte es daher geben? Welches andere Bild könnte es geben? Ah, daher ist das Bild, das der Verstand geformt hat und nun beobachtet und nun glaubt, es sei „da draußen“, tatsächlich nichts anderes als die sichtbare Präsenz von Unendlichkeit, Leben, Wohlstand, Freude, Glückseligkeit, Beziehung, Zuhause, Erfolg und äußerste Erfüllung von Bestimmung und Sein, denn es gibt keine andere Präsenz. 

Das ist eine wunderbare Klarheit. Es gibt keine Verwirrung mehr bezüglich des Wortes „Bewusstsein“ oder „Gewahrsein“. Du denkst nicht mehr in Begriffen von „innen“ versus „außen“, „unsichtbar“ versus „sichtbar“, „nicht konkret erfahrbar“ versus „konkret erfahrbar“. Lass all diese Dualität fallen. Erkenne, dass du spirituelles Gewahrsein bist, denn es gibt nichts anderes. Und wenn du aktiv spirituelles Gewahrsein bist, bist du Einssein, anstatt es nur zu „studieren“.

Sei spirituelles Bewusstsein trotz allen Anscheins von Materialität. Das ist der Weg der Wahrheit. Wenn du alle scheinbare Materialität ignorierst - „Urteile nicht nach dem Anschein“ - und allein auf spirituellem Gewahrsein und spiritueller Erkenntnis beharrst, wirst du Dinge erleben, die du dir nie erträumt hättest. Du wirst Dinge erleben, die andere Wunder nennen. Das Wunder, nach dem du gesucht hast, ist das Bewusstsein der Wahrheit. Das Wunder ist das bewusste Gewahrsein, dass alles unendliches Bewusstsein, die eine unendliche Substanz, ist und dein Ruhen in der wirklich gefühlten Erfahrung von innerlich geschehender Wahrheit. Das ist das Wunder. Du musst nichts anderes tun als die Wahrheit zu wissen und in ihr zu ruhen, während sie als dein bewusstes Gewahrsein geschieht. Du musst keine Dinge benennen, du musst keine Dinge kategorisieren und denken, dass dies nötig sei, um Geist als die Harmonie, die Fülle, das Leben, die Freude, die Erfüllung, die Beziehung, das Zuhause, den Geschäftserfolg, die Sicherheit und den Schutz deiner Erfahrung erscheinen zu lassen. Nein. Vergiss Namen, vergiss Kategorien; es gibt in Geist keine Namen oder Kategorien. Alles ist Eins, alles ist verkörpert in und als Bewusstsein, und du bist Das.


Das vollendete Reich des Jetzt

Das Wunder von dir, von allem, ist jetzt offen ersichtlich. Du kannst jetzt das Wunder der Wahrheit erleben, weil genau dein Bewusstsein es ist, bereits vollständig offenbart und sichtbar. Du bist jetzt dieses Wunder, wenn du das Gewahrsein, dass alles Bewusstsein ist, bist, und wenn du nicht länger von der Vorstellung von innen versus außen oder unsichtbar versus sichtbar getäuscht wirst. Vergiss allen dreidimensionalen Anschein und sei fortwährend das aktive Gewahrsein, dass alles überall nichts anderes als die sichtbare Präsenz von Unendlichkeit ist, wenn sie auch durch und für den Verstand endlich und gegenständlich erscheint. Alles ist das vollendete Reich Gottes, des Guten, und alles ist vollständig offenbart und komplett, hier, jetzt, ewig. 

Unendlichkeit ist, was du bist. Bewusstsein ist, was du bist. Nicht-körperhafte Allheit, die eine Substanz, ohne Grenzen, ohne Konturen, ohne Gewicht, Menge, Funktion, Prozess, Saison und Zeit ist, was du bist. Das Ganze der Unendlichkeit ist die einzige sichtbare Präsenz. 

Wenn sich dein Gewahrsein nun vom Glauben an materielle Form, an Menge, Körper, Zustand, Ort und Aktivität entleert und sich stattdessen in das Gewahrsein von Einssein, Unendlichkeit, Allgegenwart, Allmacht, Allwissenheit – die eine selige, erhabene Göttlichkeit des Seins – erhebt, dann bist du wahrhaftes Bewusstsein, bereit und fähig, Wahrheit als alle Aspekte der Erfahrung zu erleben. 

Stille ist die Sichtbarkeit wahrhaften Seins

Schließlich nach all „unserem“ Wissen von Wahrheit, bringen wir unseren Eindruck von Selbst zum Schweigen, werden wir ein Nichts, ein Vakuum des Seins, lauschend, aufmerksam, empfänglich für die Wahrheit des Seins, Gott, als wir geschehend. Wir haben den Punkt erreicht, an dem wir alles wissen, was es zu wissen gilt. Nun gibt es nichts weiter zu erfahren als Wahrheit selbst, als sie selbst geschehend, als unser Eindruck von „uns“. 

Stille ist das Wunder. Wenn wir das Gewahrsein ins Spirituelle erhoben haben, wo wir nicht mehr in Bezug auf ein Objekt, eine Form, eine Menge, einen Mangel oder eine Grenze denken, wo wir nun das Bewusstsein der Nicht-Körperhaftigkeit, Unendlichkeit, Allgegenwart sind, dann lassen wir Geist selbst– Bewusstsein selbst– übernehmen und sein allgegenwärtiges Gutes als unsere Erfahrung enthüllen. 

Das Unendliche ist immer es selbst als du – genau dein Bewusstsein – aber du achtest nicht darauf, bist dir ihm nicht gewahr. Du erlaubst unwissentlich deinem Gewahrsein, von materiellem Eindruck verführt zu werden. Du wirst von seinem verführerischen Anschein gefesselt. Du stellst fest, wie du ihn, so wie er aus sich selbst heraus zu sein scheint, entweder liebst, hasst oder fürchtest.

Wenn du das erfassen kannst, bist du auf deinem Weg in die Freiheit. Das Unendliche ist immer die Fülle seiner selbst als du.Daher kann es in deiner gesamten Erfahrung keine Endlichkeit geben und tatsächlich gibt es sie nicht. Das Unendliche, das sich seiner selbst gewahr ist, ist, was mein Bewusstsein ist. Das reine „Ich“ von mir ist es. Ich bin es. Daher kann es keinen Mangel, keine Begrenzung, keine Menge, keinen Körper, keinen anderen Zustand als Unendlichkeit und Allgegenwart selbst geben. Ich bin das Unendliche, das sich gewahr ist, und wenn ich sehr, sehr ruhig und still und empfänglich werde, kann ich die Präsenz von Wahrheit fühlen, wie sie als die Präsenz von mir geschieht. Das ist Stille. 

Wenn du diese Stille lebst, wird wirklich nur sehr, sehr wenig menschlicher Eindruck gespürt. Dein Leben, dein Körper und deine Welt werden nicht verschwinden, aber für die Momente der Stille sind sie nicht, oder nur sehr wenig, bewusst bei dir. Das Zimmer, in dem du sitzt, wird nicht verschwinden; dein Körper wird nicht verschwinden; deine Familie, deine Freunde, deine Lieben, deine Welt werden nicht für immer verschwinden. Aber für die Momente tiefer Stille entweichen sie dem bewussten Gewahrsein und wir sonnen uns in der Allgegenwart von Geist und Seligkeit selbst. Wir sind versunken in der Seligkeit, der Euphorie, der Freiheit unserer Unendlichkeit des Seins. 

Unser Sein und unsere Welt sind nun allein Bewusstsein. Wir erfahren unser Sein und unsere Welt als Bewusstsein, nicht als Materie. Unser Gewahrsein ist Unendlichkeit selbstals wir geschehend, Geist selbst, das vollendete Reich selbst. Stille ist wir. Wir sind Stille. 

Lasst uns gemeinsam einige Minuten still sein.

In der Stille erkenne sanft: Ich bin nun Wahrheit, während diese Stille mich lebt. 

Erinnere dich sanft immer wieder während der Stille: Ich bin die Stille, die Stille, die das vollendete Reich ist, lebt mich. 

Genau die Aktivität und Form der größten Wunder, die jemals erlebt wurden, ist, was diese Stille als ich hier und jetzt ist. Die Stille ist, was ich hier und jetzt bin. Jedes Wunder, von dem jemals jemand liest oder das jemals erlebt wird, geschieht als dieses Sein, das ich hier und jetzt bin, während ich für die Stille, die mich lebt, sehr still und aufmerksam bin. 

Das Wunder der Brote und Fische geschieht hier und jetzt als diese Stille des Seins. Die Wunder der Auferstehung der Toten geschieht hier und jetzt als diese Stille des Seins, die ich bin. 

Bewusstsein ist die Substanz, die Form und die Aktivität alles Guten, aller Wunder, aller Dinge, allen Lebens, aller Wiederauferstehung, aller Erholung, allen Wohlstands und aller Beziehung. Bewusstsein selbst, Gewahrsein selbst ist das Wunder, die eine Substanz, und das Ganze dieses Einen geschieht hier und jetzt als diese Stille, dieses Sein, das ich bin. 

Wenn wir nun ans Ende dieser Botschaft kommen, nimm das fortwährende Gewahrsein mit dir, dass allein Bewusstsein die eine Realität, Präsenz und Erfahrung des Seins ist. Die einzige sichtbare Präsenz ist Unendlichkeit; Unendlichkeit ist die einzige sichtbare Präsenz. Leben selbst ist die einzige sichtbare Präsenz. Unendlichkeit erscheint endlich und gegenständlich, voll von Gegensatzpaaren, wenn sie durch den Verstand betrachtet wird. Aber das macht nichts. Die Wahrheit ist allein Unendlichkeit. Du kennst diese Wahrheit; du bist diese Wahrheit. „Ich bin, der Ich bin.“

Bewusstsein ist die einzige Präsenz. Unendlichkeit, Seligkeit, Freude, Harmonie, Leben, Fülle, Glückseligkeit, Liebe ist die einzige sichtbare Präsenz. Das ist die eine große Wahrheit und diese Wahrheit ist absolut überall, wo Erfahrung jemals sein kann; völlig offenbar, sichtbar und konkret erfahrbar, einschließlich der Erfahrung genau dieser Minute. Dies zu wissen – deinen Verstand mit dieser großen Wahrheit von allem zu füllen und dich niemals in den Glauben des Anscheins ziehen zu lassen – ist das Ende der Suche, das Ende des Schülerdaseins und die Anhebung wahrhaften Seins

In einem wunderschönen, schnellen Sprung haben wir hier heute den „Weg“ fallen gelassen, von dem Tausende glauben, sie müssten ihn gehen. Wir haben aufgehört, „Schüler“ auf einer spirituellen „Reise“ zu sein. Wir haben die Fesseln durchtrennt und sind frei in unserem spirituellen Bewusstsein. Wir verstehen den Meister nun, wenn er fragt, „Was hält dich auf? Steh auf und geh.“

Was hält dich auf? Nichts! Nur falscher Glaube, dass Geist und alles, was Geist istund hat, erreicht oder erlangt werden muss. Nur das Schülerbewusstsein hält mich auf, nur der Gedanke der Materialität, das schwach erleuchtete (materielle) Bewusstseinslicht hält mich auf. Aber tatsächlich hat mich nie etwas Wirkliches aufgehalten, nur mein eigener Glaube. Aber nun weiß ich, „Ich bin das Ich bin“ und ich bin frei. 

Ich bin das Ich bin. Unendlichkeit ist das einzige Ich, die einzige Präsenz, das einzige Bild, die einzige Form. Unendlichkeit ist die einzige sichtbare Präsenz, der einzige sichtbare Körper, die einzige sichtbare Menge, das einzige sichtbare Alles überall. 

Nimm das mit dir. Rutsche nicht zurück in materiellen Glauben. Halte spirituelles Gewahrsein lebendig und wirklich als einen jededeiner Momente. Dann betrachte das Wunder. 


 

1Miracle-Self, Monatliches Transkript, Nr. 1, Übersetzung: Kevin Wolf