Paul F. Gorman

GOTT IST NICHT PERSÖNLICH1

Fortsetzung von Kapitel 17 

Erkenne, dass Gott, in dieser Sekunde und ewig, vollkommen gegenwärtig und geformt als alles, überall, in der gesamten Unendlichkeit existiert. Es gibt nicht so etwas wie „ungeformten“ Gott, abwesender Gott, unsichtbarer Gott, nicht spürbarer oder unvollständiger Gott, ungeachtet dessen, wo wir uns gerade befinden oder was gerade zu sein scheint. Gott ist die eineund einzigeExistenz – vollendet, allgegenwärtig und vollkommen sichtbar als alles. In Allgegenwart gibt es kein „innen“ versus „außen“, kein esoterisch versus exoterisch, nichts „Verborgenes“ versus etwas „Offenbartem“, kein hier versus dort. Gott ist eines und existiert als das Ganze seiner selbst an und als ein jeder Punkt der Erfahrung. Alle Geist-Form ist Gott-Form. Und wenn wir voll der Gott-Wahrnehmung und frei von Glaube sind, sehen wir klar und haben Gott-Form als die Wirklichkeit von Sein, Körper und Welt. 

Alles, überall ist die Fülle Gottes, daher die Fülle von Leben, Liebe, Harmonie, Einsein, Verbundenheit, Gesellschaft und der Absicht Gottes. Alles ist eines (harmonisch, vollkommen ausgeglichen und geordnet) und wirkt in der Erfahrung als das eine, gleichzeitige Ganze. Alles ist allgegenwärtiger, unendlicher und vollkommener Gott – Gutes ohne Gegenteil. Und dieses vollkommene Gott-Gute ist in der gesamten Unendlichkeit als du und als alles in deinem Bewusstsein vollkommen präsent und wirklich. Anders gesagt ist jede Person, jedes Ding, jede Aktivität, jeder Platz, jeder Betrag und jeder Umstand deines Universums vollkommen und als nichts anderes als das Gott-Gute bereits spürbar gegenwärtig. Es zu sehen, wie es wirklich ist, ist das Einzige, wessen es bedarf. 

Weder Mangel, Beschränkung, noch Verzögerung

Es gibt keinen Mangel, keine Beschränkung und keine Verzögerung. Gott (daher alles Gute) ist. Jetzt und für immer ist das Ganze Gottes , vollkommen gegenwärtig, vollkommen manifestiert und bereits an jedem Punkt der gesamten Unendlichkeit zur gleichen Zeit offenbart. 

Nur schränken wir unser Bewusstsein in dem Maße ein, in dem wir diese Wahrheit nicht erkennenund darin versagen, diese Wahrheit zu sein. Wir leben statt Unendlichkeit den Eindruck von Begrenzung, statt Nicht-Körperhaftigkeit den Eindruck von Körperhaftigkeit, statt der Allgegenwart den Eindruck von örtlicher Gegenwart und statt der Ewigkeit den Eindruck von Zeitlichkeit. Wenn wir also weiterhin glauben, dass wir, unser Körper und unsere weltlichen Umstände von Gott verschieden und etwas anderes oder Geringeres als Gott sind, die vollkommene Harmonie unserer gegenständlichenErfahrung für uns nicht spürbar ist. Ein fehlendes Gewahrsein der Wahrheit und ein unzureichendes Leben der Wahrheit sind die einzigen Gründe, warum Schmerz und Leiden in irgendeinem Lebensbereich andauern. 

Das Erkennen der Allgegenwart 

Wenn wir erwachen und die Allgegenwart Gottes erkennen, öffnen wir die Fenster des Gewahrseins, sodass Ganzheit und Harmonie sichtbar werden. Allgegenwart ist die ganze und gleichverteilte Gott-Gegenwart und daher das ganze und gleichverteilte Gott-Gute. An jedem Punkt der gesamten Unendlichkeit des Bewusstseins (jeder Person, jedes Dinges, jeder Aktivität und jedes Platzes, dessen du dir bewusst bist) ist das ganze und gleichverteilte Gott-Gute. Es istnicht nur, sondern es ist dieGesamtheitder Formen und des Lebens, welche wir betrachten. „Innen“ und „außen“ alles ist Gott, Eines, Allgegenwart. 

Allgegenwart ist die eine und einzige Gegenwart. Es spielt keine Rolle, ob eine bestimmte Präsenz ein Mensch, ein Tier, ein Gemüse oder ein Gestein zu sein scheint, ob sie belebt oder unbelebt ist. Alles ist Gott, Bewusstsein, ist Eines, auf ewig ganz, ohne Trennung und Kategorie. Nur Glaube teilt und kategorisiert. Wenn wir Gott wahrhaft als die Präsenz, die uns als Jesus oder Gautama erscheint, erkennen, als die Präsenz eines Grashalms, eines Kieselsteins, eines Berges, eines Ozeans oder die Farbe und den Duft einer Blume, haben wir das Bewusstsein der Allgegenwart. Und mit dem Bewusstsein der Allgegenwart haben wir Unendlichkeit, Harmonie und Erfüllung als unsere Erfahrung in allen Bereichen des Lebens. Wir haben Leben, Liebe, Fülle, Glücklichsein, Ganzheit und nichts Geringeres als das, weil wir nichts Geringeres als die Allgegenwart von Gott-als-alles akzeptieren. 

Wenn wir überzeugt sind, dass der Anschein wirklich ist, verdunkelt sich unsere Wahrnehmung entsprechend und wir können die Wahrheit nicht mehr erfassen. Erhebe dein Gewahrsein zu dem, was ist und halte auf diese Weise die Sinne für das Gott-gefüllte Universum offen und lebendig. Seidas lebendige Gott-Gewahrsein, das Gott als alles, überall, sieht. Bleibe mit Einsseingefüllt. Wisse, dass alles die einePräsenz und die eineForm ist trotz der Vielfalt scheinbar verschiedener Wesen, Körper, Charaktere, Eigenschaften, Dinge, Plätze und Umstände. 

Es gibt einzig die eine, ewige Präsenz. Lasse den Glauben an Vielfalt, an Andersartigkeit, an Verschiedenheit, an irgendetwas anderes oder Geringeres als Gott oder das Eine fallen. Vergiss Jahre oder Jahrzehnte, Tage, Stunden und Minuten. Vergiss alle Zeit. Gott ist das Eine und Einzige und Gott ist ewig, alles ist ewig. Alles, was zu sein scheint, ist überhaupt nicht wirklich; daher ist Vielfalt und ihre scheinbare Evolution in der Zeit in keiner Weise wirklich. Vergiss allen Raum. Es gibt nur einen Raum. Er heißt Gott und Gott ist gänzlich hier und jetzt. Das Ganze Gottes (daher das Ganze der Unendlichkeit und Ewigkeit des Raums) existiert in und als der Punkt, den wir ein Sandkorn,eine Zelle oder ein Atom nennen würden und als die Gesamtheit von dir, mir und allem. 

Gott ist

Gottistund Gott ist das einzige Ist. An welchem Ort auch immer etwas ist und was immer es sein mag es ist nicht, was es zu sein scheint, es ist Gott. Jeder Punkt des Gewahrseins, jede Form, jeder Moment der Erfahrung ist und enthält das Ganze Gottes und nichts anderes. „Innen“ und „außen“ ist nur Gott. Das Ganze Gottes ist gänzlich verkörpert, gänzlich manifestiert und offenbar, gänzlich sichtbar und spürbar, gänzlich hier und jetzt, gänzlich vollständig. Gott kann dir von sich selbst nicht mehr geben, denn du bistbereits, hast bereits und betrachtestnichts anderes als das Ganze Gottes als alles, überall. In gleicher Weise kann dir Gott nicht einmal einSandkorn vorenthalten, denn du bist das eine Ganze, unteilbar und untrennbar. 

Gott ist: Nichts von Gott kann hinzugefügt oder weggenommen werden. Du bist die Präsenz, die Gott genannt wird. Alles, was Gott ist und hat, bist du und ist dein, denn Gott ist Eines, unteilbar und allgegenwärtig. „Steht nicht in eurem Gesetz geschrieben: ‚Ich habe gesagt: Ihr seid Götter‘?“2„Du bist allezeit bei mir, und alles, was mein ist, ist dein.“3Gott „und“ du sind nicht zwei, sondern eines. Gott „und“ jedes Ding, jeder Platz, jeder Betrag, jede Aktivität und jeder Umstand im gesamten Universum sind nicht zwei, sondern eines. Alles, ohne Ausnahme, ist Gott. Erhebe dich mit dem Wissen dieser Wahrheit in das bewusste Gewahrsein von Gott-als-alles. Erhebe dich in Allgegenwart, nicht in örtliche Gegenwart, in Unendlichkeit, nicht in Endlichkeit, in Spirit, nicht in Materie. 

Reinige dein Bewusstsein (so wie du Kleidung in der Waschmaschine wäschst) vollkommen von dem Glauben an ein persönliches Wesen mit dem Namen „Du“ versus anderer persönlicher Wesen namens „Peter“ oder „Simone“. Lasse den Glauben fallen, dass Gegenständlichkeit, Orte und Umstände aus sich selbst heraus irgendeine Art Wirklichkeit besitzen. 

Einzig Gott ist. Erhebe dein Gewahrsein in die Allgegenwart, in das Nicht-Körperhafte, in ewige und unveränderliche Lebens-Form. Lasse den Glauben an Alter fallen. Vergiss den Kalender, vergiss Geburtstage. Vergiss das alles wirklich. Sie bedeuten in Wahrheit nichts. Feiere den ewigen Tag, das ewige Jetzt. Der ewig neue Tag, das frische Manna jeden Augenblicks ist dein Geburtstag. Feiere in jedem Moment die Geburt des neuen Gewahrseins und nicht einen bestimmten Tag im Kalender. Wenn du die stets neue Geburt des Gewahrseins feierst, entdeckst du, dass immer größere Harmonie und Erfüllung deinen Geist, deinen Körper und deine Welt füllen. 

Lasst uns unsere „Geburtstage“ in jedem Moment feiern, jede Stunde, jeden Tag. Lasst sie uns zusammen als die spirituelle Familie feiern, denn jeder Leser der spirituellen Botschaft erhebt sich in ein größeres Maß an erleuchtetem Gewahrsein und Freiheit des einen Seins, des einen Geistes, des einen Körpers und der einen harmonischen und absichtsvollen Welt. Die weltweit stattfindende, kollektive Spiritualisierung des Seins ist selbst ein Wunder. 

Ich wünsche mir, nur der einen Wirklichkeit Gott, Allgegenwart gewahr zu sein. Ich möchte Wahrheit und Wirklichkeit als die eine und einzige Präsenz zu verstehen, egal, wie sie sich den Sinnen darstellt. Ich möchte nur das Reich der Wahrheit suchen – das Reich Gottes, das Reich der Allgegenwart des Geistes. 

Ich wünsche mir, immer mehr zu wissen, immer mehr zu verstehen und in der Wahrheit, dass Gott alles ist, zu ruhen trotz der Erscheinung. Ich möchte immer tiefer der Wahrheit vertrauen, dass Gott, der alles ist, die bedingungslose Allgegenwart und Unendlichkeit von allem in meiner Erfahrung ist, dass es nichts als Leben, Liebe, Harmonie, Frieden und Erfüllung von Sein, Körper und Welt gibt. 

Ich möchte Gott, Spirit und Wahrheit immer durchgehender suchen. Ich möchte damit aufhören, das zu suchen, was als notwendig oder erwünscht erscheint – das Persönliche, das Örtliche, das Gegenständliche, das Endliche und Zeitliche – und das suchen, was tatsächlich ist, nämlich Gott, Spirit und Wahrheit. 

Indem ich Gott-als-alles suche, suche ich richtig und sehe all das, was wahrhaft ist: Allgegenwärtiges Leben, Liebe, Fülle, Harmonie und Freiheit. 

Wenn wir die Ganzheit und Harmonie der Form überall dort wahrnehmen möchten, wo die Form der persönlichen und örtlichen Sinneswahrnehmung unstimmig, krank oder ungenügend zu sein scheint, müssen wir zuerst erkennen, dass das, was wir beobachten, nur ein Bild oder ein Glaube ist. Der Grund, warum wir dieses falsche Bild sehen, ist unser unbewusstes Annehmen eines kollektiven Glaubens. Und da aller Glaube Erfahrung ist, präsentiert er sich uns als dieses Bild. Das Bild scheint Wirklichkeit zu besitzen und erscheint dem Glaubenden real. Für das spirituelle Gewahrsein sind dies jedoch nichts als falsche Bilder, ohne Macht, Substanz, Gesetz oder Prinzip, durch die sie in der Erfahrung aufrechterhalten könnten. 

Alles was örtlich, persönlich oder endlich zu sein scheint, ist falsche Darstellung, ist falscher Sinneseindruck ohne die geringste Wirklichkeit. Glaube verschließt unser Gewahrsein und daher unsere Erfahrung gegenüber dem, was ist. Als Glaubende können wir Gott nicht sehen. Wenn wir glauben, dass eine Erscheinung von Krankheit, Unstimmigkeit in und aus sich selbst wirklich ist, und uns dann daran begeben, diese zu heilen, scheitern wir, da Gott in einem Zustand des Glaubens für unsere Sinne nicht sichtbar ist. 

Gleiches gilt für unser Gewahrsein der Welt. Wenn wir in unserem erweiterten Körper des Bewusstseins, in unserem wahren Körper schauen und glauben, dass wir jemanden oder etwas betrachten, der oder das unvollständig oder unstimmig ist (Disharmonie im Leben, in der Liebe, den Finanzen, den Beziehungen oder im Arbeitsleben „dort draußen“), und wir dann versuchen, es aus uns selbst heraus zu heilen, scheitern wir wieder. Wann auch immer wir an ein „Es“ irgendeiner Natur oder Kategorie glauben und dann versuchen, „es“ als solches zu heilen („es“ zum Erblühen zu bringen, „es“ zu harmonisieren und „ihm“ als solchem Leben oder Liebe oder Freiheit zu geben) scheitern wir. Der Glaube an ein „Es“, welches uns zustößt, ist selbst der Nebel, der die Wahrheit davon abhält, für uns sichtbar und spürbar zu sein. 

Erhebe dich ins spirituelle Gewahrsein

Erhebe dich vom örtlichen, persönlichen, begrenzten Sinneseindruck hin zur Allgegenwart. Erhebe dich und lebe in Gott-Gewahrsein, bis Allgegenwart das Blut deines Blutes und der Knochen deiner Knochen wird und deine Sinne bis zum Überfließen füllt. 

Sinnt auf das, was droben ist [Gott, Spirit und Wahrheit, Unendlichkeit und Allgegenwart als einzige Realität], nicht auf das, was auf der Erde ist [die Dinge des Glaubens]!“4Höre auf zu glauben, dass du etwas persönlich Gutes oder eine persönliche Heilung brauchst. Höre auf, diese Dinge anzustreben. Höre auf zu versuchen Regen in „deinem“, „seinem“ oder „ihrem“ Garten haben zu wollen. Weigere dich die Erfahrung eines kranken Organs oder einer beeinträchtigten Funktion deines Körpers oder des Körpers von jemand anderemzu glauben und zu akzeptieren. Weigere dich,einen Mangel an Versorgung, Begrenzung im beruflichen Leben,eine begrenzte Geschäftsaktivität, oder Disharmonie in deiner oder einer anderen Familie zu glauben und zu akzeptieren. Das sind alles Probleme des persönlichen Sinns. Doch nichts ist persönlich, weder deine Probleme, noch die eines anderen. Nichts ist isoliert, getrennt oder verschieden vom Ganzen. Alles ist eines und unpersönlich. 

In der Erkenntnis des Einsseins verlieren wir den Glauben an ein persönliches Selbst. Und während wir ihn verlieren, finden wir unsere Freiheit im Geist. Wir erwachen zu der Wahrheit, dass die Sonne und der Regen universell und niemals persönlich sind. „Denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte.“5Erhebe dich ins Bewusstsein der Allgegenwart. Vergiss wie „er, sie und es“ erscheint. Nichts an der Erscheinung ist aus sich selbst heraus wahr. Einzig Gott ist; daher ist nur Gott selbst Wahrheit und ihre Formen. Der einzige Grund, weshalb Mangel, Begrenzung, Krankheit und Unstimmigkeit erscheinen, ist der Glaube, an Gott „und“ unserLeben, unserKörperundunsereWelt. Wir haben unbewusst einen persönlichen, örtlichen Glauben angenommen und leiden daran. Und da jeder Glauben ein Gegenteil hat und jeder Glaube in unserer Erfahrung Form annimmt, sind wir in einer Geist-, Körper- und Welterfahrung, die mit Gegenteilen gefüllt ist. 

Alles Gute hat sein Gegenteil. Nirgendwo im Universum des Glaubens können wir Gutes ohne Gegenteil finden, können wir wahrhaft verlässliches und unveränderliches Leben, Gesundheit, Liebe, Beziehung, Familie, Versorgung, Absicht, Freiheit und Erfüllung finden. Wir sind in einer Existenz des Glaubens gefangen, welcher selbst die Wurzel von allem Schmerz und allem Leiden ist. 

Die Unendlichkeit der Sinnesempfindung

Suche jeden Augenblick nach dem Gewahrsein der Allgegenwart von Unendlichkeit, statt die Erscheinung von örtlicher und zeitlicher Begrenztheit zu akzeptieren. Unendlichkeit ist die Wahrheit von allem. Und dadurch, dass sich unsere Sinnesempfindungen mit Unendlichkeit füllen, beginnen wir die spürbare Unbegrenztheit von allem in unserer Erfahrung zu erleben. Akzeptiere nicht die scheinbare Wirklichkeit eines örtlich und zeitlich begrenzten Menschen undörtlich und zeitlich begrenzterDinge, Orte oder Umstände. „Richtet nicht nach dem Augenschein!“ Urteile nicht über die gegenständliche oder körperhafte Erscheinung der Welt, sondern fälle „ein gerechtes Urteil“, – durch die Unendlichkeit, Allgegenwart und Nicht-Körperhäftigkeit von Gott als allem. Richte mit dem Ganzendas Gott und daher alles ist,und nach ihm. Suche niemals ein bestimmtes Ding, sondern suche dasGanzeGottes, das Gott selbst ist. Suche niemals persönlich gute, geheilte, florierende oder harmonisierte Umstände, sondern suche das eine Ganze, das Gott selbst ist. Paradoxerweise wird genau so die Wahrheit eines jeden scheinbar persönlichen, örtlichen und begrenzten Dinges, Betrages, Ortes und Umstandes ersichtlich. 

Fülle das Ganze deines Gewahrseins und jedes Detail davon mit Gott, Spirit als die Wahrheit von allem. Wenn du das erreicht hast – und trotz aller gegenteiligen Suggestionen nicht aufhörst, dieses Gewahrsein aufrechtzuerhalten – wirst du die Unendlichkeit und Allgegenwart, das Leben und die Vitalität, die Liebe und Freiheit nicht allein des Körpers, sondern aller Erfahrung zu erleben beginnen. Wir können Wahrheit nicht durch die Brille von Glaube erleben. Noch können wir Wahrheit füreine Form von Glaube erleben, diese heilen oder retten. Wir können Wahrheit nur als Wahrheitund Gott nur als Gotterleben. Wir können spirituelle Ganzheit, Harmonie und Fülle nur als spirituellesSein, Körper und Form erleben. Wir müssen mit dem Prinzip „zusammenkommen“, unser Gewahrsein mitdem Prinzipaufdas Prinzip abstimmen, mit dem Prinzip der Allgegenwart, Unendlichkeit, Nicht-Körperlichkeit, Ewigkeit. Dann haben wir im ganzen Körper und der ganzen Welt die Formen dieses Prinzips. 

Und schließlich ruhst du

Wenn du mit Gott-als-alles gefüllt bist und die Empfindungen von Entspannung und Erleichterung, die damit einhergehen fühlst, ist es an der Zeit zu ruhen. Es ist dann an der Zeit, sich zu entspannen und einfach zu schauen, wie Gott als unsere Erfahrung stattfindet – genauso wie wir ruhen und entspannen würden, wenn wir den Sonnenaufgang betrachten, der als unsere Erfahrung stattfindet. 

Ruhe am „geheimen Ort des Höchsten“ – dem geheimen Ort des Gewahrseins von Gott-als-alles – und siehe die Wunder, die in deinem ganzen Körper, deinem Geist und deiner ganzen Welt sichtbar und wirklich werden. In unserem ruhenden, entspannten und empfänglichen gottgleichem Zustand des Seins sehen wir klar. Die Fenster unseres Seins sind offen für die Formen von „Himmel wie auf Erden“, für Gesundheit, Wohlergehen, Frieden, Harmonie und für die Erfüllung der wahren, glaubensfreien Formen von Gott-als-allem. Wir haben und sehen konkret das „Bild und Gleichnis“ Gottes statt das Bild und Gleichnis von Glaube. Wir sind im spirituellem Sein frei, frei im Körper und in der Welt. 

Du kannst diesen einen Abschnitt in dein Notizbüchlein schreiben und über viele Wochen morgens, mittags und abends mit ihm sein, solange bis er in dir lebendig und unverzichtbar wird und als dein Gewahrsein von Gott als allem überfließt. Innerhalb weniger Wochen würde sich dein gesamtes Leben ändern und transformieren. Ich ermutige dich darin, das zu tun. 

Wahrheit ist bereitsalles, überall. Nichts als Gott ist. „Ich bin der Herr und außer mir gibt es nichts.“ Glaube aber verdunkelt unsere Sinne und lässt uns mit den Formen und Umständen von Glaube, statt der klaren Vision der Wahrheit zurück.Daher ist es unsere Aufgabe, nicht das, was unwahr ist, in etwas Wahres zu wandeln, sondern unser Gewahrsein zu vergeistigen, damit wir klarsehenkönnen, was ist. „Ich war blind, jetzt kann ich sehen.“ Im spirituellen Gewahrsein werden die Formen und Umstände des Geistes als wahrhaftig statt verdunkelt gesehen. Spirituelles Sehen ist die spirituelle Gesundheit, ist spirituelles Wohlergehen, Harmonie und Erfüllung von allem. 

Wir haben uns bis zu dem Punkt erhoben, an dem das Körperhafte für uns nun unwirklich ist. Das Endliche, Begrenzte, Örtliche ist für uns nun ebenso unwirklich wie Geburt, Zeitspannen, Jahre, Geburtstage, Verfall und schließlich Tod. Wir leben die konkret erfahrbare Wahrheit des Seins. 

In der Tat sind Gott, Spirit und Wahrheit die Essenz unseres Seins. Sie sind jeder Atemzug, den wir nehmen, jedes Ding, das wir betrachten, jedes Geräusch, das wir hören, jeder Duft, den wir riechen und jede Form, die unsere Erfahrung füllt. Sie sind unser erhobenes Gewahrsein der Wirklichkeit, unser Selbst, unser Körper und unsere Welt als „Dachgeschoss“6. Wir hausen nicht länger in den unteren Etagen des Gewahrseins – den Etagen des Glaubens. Wir verweilen in Wahrheit, in Gott als alles. Wir sind „in der Welt“, aber nicht „von der Welt“.

Werde dir nun für immer gewahr: Nichts Örtliches kann geheilt werden. Mache die Wahrheit zu deiner lebendigen Wahrheit. Erhebe dich in das Gewahrsein der einen lebendigen Wahrheit, in das erleuchtete Gewahrsein, welches klar siehtund verweile darin. Mache dir (deinem Körper und deiner Welt) dann selbst das Geschenk, einfach in Stille zu ruhen und zu betrachten, wie Gott innen und außen geschieht, zu schauen, wie Harmonie, Gesundheit, Liebe und Freude innerlich und überall hervorsprudeln. „Wo der Geist des Herrn ist [wo der mit Wahrheit gefüllte Geist ist], da ist Freiheit.“ 



 

1Aus dem Buch „Spiritual Healing of Mind and Body“, Kapitel 17, Teil 2

2Johannes 10,34

3Lukas 15,31

4Kollosser 3,2

5Matthäus 5,45

6Paul verwendete in einem vorhergehenden Kaptitel das Bild eines Hochhauses für die Ebenen des Gewahrseins. Anm. d. Übers. Johanne und Helvi Bruch