Ich – ist alles, was ist

 

Vortrag von Joel S. Goldsmith am 16. 6. 1963,

aus den „Hawaii Hotel Talks“ 

 

Guten Tag,

 

die zum ersten Mal hier bei uns sind, möchte ich herzlich willkommen heißen, auch im Namen der ganzen Gruppe.

 

Sie wissen vielleicht, dass wir für den Unendlichen Weg weder werben noch missionieren, und das aus gutem Grund. Uns ist klar, dass wir gar nichts zu geben haben, außer denen, die hergeführt werden, um unsere Botschaft zu empfangen. Es liegt also, mit anderen Worten, nicht an uns, ob ihr etwas empfangt oder nicht; es liegt allein an eurem eigenen Bewusstsein. Ihr erkennt die Botschaft an, nehmt sie auf und reagiert darauf, oder eben nicht. Es liegt keine Macht in der Botschaft selbst, die Macht liegt in eurem Bewusstsein. Wenn die Macht in der Botschaft läge, könnte die ganze Welt erlöst werden.

Uns wurde eine Spende von einer Million Dollar angeboten, damit wir diese Botschaft im Fernsehen über die ganzen Vereinigten Staaten verbreiten. Ich kann diese Gabe aber nicht annehmen, denn ich glaube nicht, dass die Botschaft aus sich selbst etwas bewirkt. Nur das Bewusstsein des einzelnen ist Macht. Ob eine Botschaft euch jedoch weiterhilft, hängt davon ab, ob ihr dafür aufgeschlossen seid.

 

Es ist wie bei der Musik von Beethoven, Brahms oder Bach, oder bei der Dichtung von Shakespeare. Es handelt sich um Meisterwerke, aber findet die Welt daran Gefallen? Nein, nur wer auf der entsprechenden Bewusstseinsebene dafür empfänglich ist, erfreut sich daran. Für andere haben diese Meister keinen Wert. Es gibt auch große spirituelle Meister, Gautama Buddha, Nanak, Jesus Christus und viele westliche Mystiker vom 12. Jahrhundert an bis zur Gegenwart. Es ist offensichtlich, dass diese die Welt nicht retten, aber dazu beitragen, dass Tausende erlöst werden, die dafür empfänglich sind.

 

Wenn ihr erst seit Kurzem auf dem Unendlichen Weg seid, findet ihr es bestimmt angenehm, mit uns zusammen zu sein, auch wenn wir Wert auf Disziplin legen. Wir haben keine festgelegten Regeln, wie sich andere verhalten sollten, aber mit uns selbst sind wir streng. Wir bestehen auf stundenlangem Studium täglich, denn dies ist keine Lehre für die angenehme Zerstreuung, keine Lehre, die wir mit übriggebliebenem Kleingeld erwerben können. Es müssen Bücher durchgearbeitet, Vorträge studiert und Veranstaltungen besucht werden. Ihr werdet ganz gefordert, wenn ihr empfangen möchtet, was wir zu geben haben. Wir merken, dass wir in dieser Lebensspanne mehr zu tun haben, als in diesem Erdenleben erledigt werden kann. Daher werdet ihr verstehen, dass wir unsere Zeit und Aufmerksamkeit denen schenken, die überaus großzügig ihre Zeit und Aufmerksamkeit diesem Studium widmen.

 

Zunächst habt ihr vielleicht Schwierigkeiten, diese Botschaft zu verstehen, vor allem wenn ihr einen metaphysischen Hintergrund habt. Ihr habt Aussagen gehört wie: „Wahrheit ist eins“ oder „Es gibt nur eine Wahrheit.“ Ich kann euch sagen, dass das nur wahr ist, wenn ihr in die höheren Bewusstseinsebenen eintretet, wo ihr über den Buchstaben der Wahrheit hinausgelangt seid und allein aus dem Geist leben könnt. Bis dahin gibt es große Unterschiede in der Herangehensweise an die Wahrheit, wie sie von der Christlichen Wissenschaft, Unity oder anderen Gruppen und Lehrern dargestellt wird. Ihr habt früher wohl vom Standpunkt aus gearbeitet, dass Gedanken Macht sind, und jetzt lest ihr in den Büchern des Unendlichen Weges, dass Gedanken keine Macht sind.

 

Akzeptiert solche Aussagen nicht, ohne zu verstehen, wieso auf dem Unendlichen Weg dieses Prinzip gilt, denn sonst werdet ihr das Prinzip im Alltag nicht richtig anwenden können. Ich weiß natürlich, dass wir im menschlichen Sinn guten oder schlechten Gedanken nachhängen können. Die guten tendieren dazu, angenehme Dinge für uns zu bewirken, und die schlechten Gedanken, haben ungünstige Folgen. Das verleiht ihnen aber keine Macht in dem Sinne, wie wir das Wort auf dem Unendlichen Weg gebrauchen. Macht ist in unserem Wortgebrauch eine Eigenschaft oder Aktivität Gottes. Da es nur einen Gott gibt, kann es also nur eine Macht geben. Da Gott Geist ist, kann die einzige Macht nur spirituelle Macht sein, keine materielle oder gedankliche Macht, nur die Macht des göttlichen Geistes.

 

Solange wir uns im menschlichen Bereich befinden und nur mit dem menschlichen Denken arbeiten, können wir unserem Verstand und seinen Gedanken Macht verleihen. Wir können sie für Gutes und Schlechtes einsetzen wie es die Welt dauernd tut. Sobald Menschen aber in die Atmosphäre des Unendlichen Weges eintreten, suchen sie eine Befreiung von gewissen physischen oder mentalen Mächten. Wahrscheinlich kommen sie deswegen her. Vielleicht sucht einer von Hunderttausend ausschließlich das Erreichen des mystischen Bewusstseins, aber der Rest von uns sucht wohl Befreiung von einer physischen Macht, die uns im Griff hat, von einem materiellen Gesetz, das uns bestimmt, oder von einer mentalen Kraft, die uns gefangen hält.

 

Wenn ihr eine Macht sucht, um diese materiellen und mentalen Kräfte zu überwinden, sucht ihr falsch, weil es keine solchen Mächte gibt. Nehmen wir das Thema Krieg. In der Welt fing man an, mit Steinen aufeinander zu werfen, dann kämpfte man mit Steinschleudern, mit Pfeil und Bogen, mit Speeren bis hin zur Atombombe. Die Atombombe zu besiegen wurde aber noch nicht geschafft. Man kann noch stärkere Kräfte suchen und sie auch finden, aber nie wird man diese Kräfte besiegen, bis man einen Ort im Bewusstsein findet, wo anstelle immer größerer Kräfte die Erkenntnis kommt: Diese materiellen und mentalen Dinge, die die Welt als Macht akzeptiert hat, stellen keine Macht dar. Wieso? Es ist ganz einfach. Gott, Geist, ist Allmacht. Und es kann nicht Allmacht und zusätzlich materielle und mentale Mächte geben.

 

Wenn ihr zum Unendlichen Weg kommt, gelangt ihr dahin, Macht aufzugeben. Ihr sucht dann nicht mehr nach einer Macht, mit der ihr die anderen Mächte zerstören könnt. Ihr gebt die Suche nach Gott-Macht auf. Ihr kommt zu einem Bewusstseinszustand, wo ihr erkennt: „Da Gott ist, gibt es keine anderen Mächte“, und ihr lernt, in diesem „Wort zu ruhen“. Im Alten Testament gibt es dafür Beispiele, wo das Volk Israel zu seinem Propheten ging, ihm von den aufmarschierenden großen Armeen des Feindes berichtete und die Zusicherung erhielt: „Fürchtet euch nicht, sie haben nur den Arm des Fleisches, wir aber haben den allmächtigen Gott.“ Dann ruhten sie in diesem Wort und der Feind zerstörte sich selbst. Der Meister gibt im Neuen Testament Beispiele, als er den Verkrüppelten und den Blinden heilen sollte: „Nimm dein Bett und geh“ und „Öffne deine Augen!“ Nie behauptet er, sich an Gott und seine Macht zu wenden. Er lebt im Bewusstsein von Gott als Allmacht. „Ich bin das Brot, die Speise, der Wein und das Wasser... Fürchtet euch nicht, ich bin mit euch.“ Macht euch dabei klar, dass jeder von euch dasselbe Ich in sich trägt.

 

Schließt die Augen und sprecht innerlich sanft zu euch:

 

Ich – das ist alles – Ich bin in dir. Lerne also, diesem Ich zu vertrauen, aber nicht als eine Macht über etwas. Vertraue einfach, dass „Ich bei dir bin“, und ruhe dann aus, entspanne dich. „Ich bin mit dir. Ich werde dich nie verlassen, noch im Stich lassen. Fürchte dich nicht, es ist das Ich. Ich werde bei dir sein bis ans Ende der Welt. Ich bin gekommen, dass du Leben hast, und dass du es in Fülle hast.“ Hat dieses Ich vor 2000 Jahren gelebt und lebt heute nicht mehr? Nein, es wird ja gesagt: „Ich werde dich nie verlassen.“ War es ein persönliches Ich, das ein Teil des Denkens von Jesus war, oder verkündete es, dass „Ich der Sohn Gottes in dir bin“?

 

Ihr könnt euch also vorstellen, dass einige den Bewusstseinswandel nur schwer vollziehen können, wenn sie die Wahrheit nicht mehr bestätigen und den Irrtum nicht mehr verneinen sollen, sondern den Ort im Bewusstsein suchen, wo wir uns entspannen und uns erinnern: „Ich bin näher als der Atem, näher als Hände und Füße. Fürchte dich nicht, ich bin es.“ Jeder Schüler, jede Schülerin hat großartige Heilungs- und Erneuerungserlebnisse in dem Maße, wie er oder sie in dieser Aussage ruhen kann: „Fürchte dich nicht, es ist Ich– die einzige Gegenwart, die einzige Macht in deiner Mitte, näher als der Atem. Fürchte dich nicht, Ichbin es. Kämpfe nicht, denn du bekämpfst nur eine Vorstellung. Du kämpfst gegen Illusionen, statt dich zu entspannen und in der Wahrheit zu ruhen.“

 

Ihr habt vielleicht den Glauben akzeptiert, dass eure Sünden des Tuns und Unterlassens oder eure vergangenen und gegenwärtigen Sünden euren geistigen Fortschritt stören. Der Meister hat das nicht bestätigt, sonst hätte er der Ehebrecherin oder dem Dieb am Kreuz nicht gesagt: „Deine Sünden sind dir vergeben. Gehe nur nicht zurück und sündige weiter.“ Zurück auf der menschlichen Ebene wirkt immer das Karma, jenes Gesetz „Wie ihr sät, so werdet ihr ernten.“ Jede Minute unseres Lebens setzen wir also in Gang, was morgen und in der nächsten Zeit stattfinden wird. Das geschieht, weil wir festhalten an Furcht, Hass, Ungerechtigkeit, Bosheit oder Eifersucht, statt „in mir zu wohnen und mein Wort in euch wohnen zu lassen.“ Es ist nicht einfach, aufzuhören, menschliche Gedanken zu denken. Ich glaube auch nicht, dass wir es alleine schaffen können. Nur wenn wir merken, dass „ich in deiner Mitte die göttliche Gnade bin“, verändert sich das Denken von der materiellen Grundlage zur spirituellen. Der Christus oder der Geist der Gegenwart Gottes vergibt und verändert.

 

Deshalb stellen wir für das Verhalten unserer Schüler keine Regeln auf. Sie können auf den Flügeln der Herrlichkeit zum Himmel aufsteigen oder in die entgegengesetzte Richtung fallen. Wir können nur den Becher frisches Wasser anbieten, dann liegt es an jedem Einzelnen, wie viel oder wie wenig er davon trinken möchte. Etwas muss ins Bewusstsein des Eiinzelnen eintreten, um ihn zu verwandeln. Es ist der Geist Gottes, den ihr in unseren Schülern bemerken werdet, wenn ihr mit ihnen zu tun habt. Es ist nicht das menschlich Gute in ihnen, es ist die spirituelle Gegenwart, die freigelassen wurde.

 

Wer auf die Hawaiianischen Inseln reist, wird entdecken, dass wir hier wundervolle Aktivitäten haben. Seit vielen Jahren haben wir dabei Einigkeit, Frieden, Zusammenarbeit und Freigebigkeit aller Arten gefunden. Ihr werdet feststellen, dass wir dies auch mit denen teilen möchten, die wirklich danach streben. Macht euch aber klar, dass wir nur im Maße eurer Empfänglichkeit teilen können.

 

Viele stellen uns die Frage, wieso wir diese Arbeit nicht veröffentlichen und der Welt verfügbar machen, wo wir doch auch sehen, wie vielen Menschen diese Arbeit Segen bringt. Wir wurden sogar gefragt, ob wir uns nicht vorstellen könnten, dass ein Film über die Tätigkeit des Unendlichen Weges gedreht wird, da die ganze Welt diese Botschaft nötig hat. Natürlich braucht die ganze Welt diese Botschaft, aber wie viel davon könnte sie akzeptieren? Ihr kennt die Geschichte vom Bettler, der Petrus und Johannes um Münzen bat. Die Antwort lautete: „Silber und Gold haben wir nicht, aber was ich habe, gebe ich dir.“ So ist es auch bei uns. Wir haben weder das Silber, das Gold, noch die medizinischen Fähigkeiten, die die Welt will. Wir haben ein gewisses Maß an Bewusstsein der Tatsache, dass Gott das Ich ist in der Mitte unseres Seins. Wir brauchen weder in heiligen Tempeln zu beten, noch müssen wir Gott besänftigen oder ihm opfern. Wir müssen nur in diesem Wort wohnen und das Wort in uns wohnen lassen und dann akzeptieren, dass die Übel dieser Welt „der Arm des Fleisches oder ein Nichts“ sind. Dann ruhen wir darin und gehen nicht auf Kreuzzug.

 

Wir wenden uns nicht an Gott wie an einen Weihnachtsmann. Wir versuchen nicht, von ihm wunderbare Geschenke der Gesundheit, Versorgung und Freundschaft zu erhalten. Nein, diese Ideen gehören vergangenen Zeiten an. „Es ist mein Wohlgefallen, euch das Reich zu geben“, und dann werden euch all diese diese Dinge hinzugefügt werden. Der Versuch, diese Dinge vorzuweisen, schließt uns aus dem Himmel aus. Ich höre dann immer wieder die Frage: „Ist es denn falsch, dass ich genug Geld für meine Kinder möchte?“ oder „Ist es falsch, dass ich für meine Eltern sorgen will?“ Nein, aber die meisten gehen die Sache falsch an. Trachtet zuerstnach dem Reich Gottes, dann werden alle diese Dinge erscheinen.

 

Wir bitten alle unsere Schüler, großzügig weiterzugeben, was sie erhalten haben, aber sie müssen dabei sicher sein, dass es auch erwünscht ist. Wir haben einen Monatsbrief, der nur denen gesendet wird, die darum bitten, und nur denen, die ihn alle zwölf Monate neu bestellen. Warum? Was nützt es, ihn denen zu senden, die ihn wohl doch nicht lesen? Jedes Jahr müssen wir vierhundert Namen von der Liste streichen, weil die Empfänger den Brief nicht lesen. Geld ist dabei kein Grund. Der Brief wird auf Anfrage gesandt, ob der Empfänger nun etwas beiträgt oder nicht. Wir wollen unsere Gaben nur teilen, wenn sie willkommen sind – in demselben Geist, in dem wir sie geben.

 

Ich hoffe, ich habe heute zwei unserer Prinzipien verdeutlicht, für neue und alte Schüler, denn wir können diese Prinzipien leicht vergessen. Das eine Prinzip ist das Wesen Gottes, das genau dieses Ich in euch ist, zu dem wir nicht beten müssen und das wir nicht versuchen müssen zu beeinflussen. Wir müssen uns nur entspannen und in mirausruhen. Das andere Prinzip ist das Wesen des Irrtums. Wir bekämpfen die Übel dieser Welt nicht, erheben uns nicht über sie, zerstören sie nicht, sondern erkennen sie als „den Arm des Fleisches oder als Nichtigkeit“ an. „Arm des Fleisches“ veranschaulicht es sehr gut. Schaut euch diesen Arm an. Ohne das Ich ist es ein Arm aus Fleisch. Er würde wohl noch 1000 Jahre in dieser Position verharren, wenn es nicht etwas namens Ich gäbe, das ihn bewegt. Ihr werdet schließlich entdecken, dass jegliches Übel totes Fleisch ist und nichts tun kann, außer wenn Ich dazukommt und anfängt, es zu fürchten oder zu hassen. […]

 

Einen letzten Punkt möchte ich noch erwähnen. Alles Gesagte ist Zeitverschwendung ohne diese weitere Aussage. In eurem Bewusstsein liegt der Zugang zum Himmelreich, zum spirituellen Reich, zum Reich Gottes, zur Atmosphäre Gottes. „Das Reich Gottes ist weder hier noch dort.“ Es ist nicht in einer Bibel, nicht in der Metaphysik, noch nicht einmal in der mystischen Literatur. Das Reich Gottes ist in eurem Bewusstsein eingeschlossen, und das gilt für jeden Einzelnen hier auf Erden. Wir haben aber nur Zugang durch unsere Fähigkeit, Kontakt mit ihm aufzunehmen. Die Aufgabe des Unendlichen Weges ist, Schüler den Kontakt mit dem Geist im Innern zu lehren. Die Aufgabe besteht nicht darin, Schülern solche Vorträge zu halten wie den heutigen. Diese Vorträge helfen aber dabei, das Meditieren zu lernen. In der Meditation stellt ihr dann die Verbindung mit der Quelle des Lebens her. Ohne diese findet ihr das Meditieren vielleicht schwierig, aber mit der heutigen Botschaft könnt ihr die Augen schließen und euch erinnern:

 

Gott ist nicht fern, sondern hier in mir, genau wo ich sitze. Das Reich Gottes, das Reich des All-Seins, der All-Gegenwart, der All-Gaben ist in mir, näher als der Atem, und sein Name ist Ich. Ich in meiner Mitte ist mächtig. Ich in meiner Mitte ist die Quelle meines ewigen Lebens, meiner Unsterblichkeit. Ich brauche den Arm des Fleisches nicht zu fürchten, sei es in Form von Sünde, Krankheit, Mangel, Beschränkung oder Einsamkeit, denn nun weiß ich: „Fürchte dich nicht, ich bin mit dir.“ Ich kann in diesem inneren Ich ruhen. Ich weiß nun, was der Meister meinte, als er sagte: „Wohne in mir“, denn nun lebe ich in diesem inneren Ich. Ich bin mit dir, und werde bis ans Ende der Welt mit dir sein. Weder Leben noch Tod können mich von der Liebe Gottes oder vom Leben Gottes trennen. Ich kann sofort aufhören, den Tod zu fürchten, denn ich werde in dem, was die Welt Tod nennt, Gott genauso nah sein, wie ich es in diesem Augenblick bin. Also werde ich nicht fürchten, was die Sterblichkeit mir antun kann.

 

Mit dieser kontemplativen Form der Meditation könnt ihr vertraut werden und dann feststellen, dass ihr euch dadurch innerlich beruhigt. Schließlich werdet ihr diese Aussagen nicht mehr bewusst formulieren, sie kommen euch aus dem Innern zu. Wenn ihr sie erst einmal innerlich vernehmt, versteht ihr, wieso geschrieben steht: „Wenn seine Stimme erschallt, schmilzt die Erde.“

 

Dieser Text ist im Heft EinsSein Mai/Juni 2019 veröffentlicht.